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7 Bedarf und Ziele im Projekt

7.1 Projektbeteiligte und ihr Bedarf

Was ist der Bedarf, der mit dem Bauprojekt erfüllt werden soll, wer ist daran beteiligt oder davon betroffen und was sind Anforderungen und Erwartungen der unterschiedlichen Beteiligten? Diese Fragen müssen ganz zu Beginn geklärt werden. Daraus kann dann eine gemeinsame Vision für das Projekt entwickelt werden. In diesem Kapitel werden die dafür notwendigen Schritte beschrieben.

Bereits vor und auch in der Projektvorbereitung (HOAI LPH 1) werden wichtige Grundsteine für eine umfassende Integration von Cradle to Cradle in einem Projekt gelegt. Bevor es in die ersten Planungsschritte geht, ist es wichtig, eine gemeinsame Vision und konkrete Ziele anhand der Potenziale des Objektes und der Umgebung zu erarbeiten. Unterschiedliche Perspektiven verschiedener Projektbeteiligter, potenzieller Nutzer*innen und Anwohner*innen sollten schon zu diesem frühen Zeitpunkt einbezogen werden, um eine hohe Akzeptanz für das Projekt zu schaffen und gemeinsam Innovationen voranzutreiben. 

Die Vision für das Gebäude leitet sich vom Bedarf und der Bestandsaufnahme ab. Sie umfasst die qualitative Dimension wie gesunde Luft oder die Förderung der Biodiversität sowie die konkreten Ziele. Die konkreten Ziele machen den Erfolg der Umsetzung der Vision messbar, beispielsweise durch Zielwerte für die Raumluftqualität oder für die Erhöhung der Grünflächen und der Artenvielfalt. Vision und Ziele entwickeln sich in der Praxis parallel und aus den Ergebnissen der Bedarfsermittlung und Bestandsaufnahme heraus. Praktisch ist dies in der Regel ein iterativer Prozess. Eine Person, die für die Umsetzung und Einhaltung von C2C verantwortlich ist, sollte das Projekt von Anfang an begleiten.

 

Bedarf ermitteln

Bevor eine projektbezogene Visionierung und Zielsetzung stattfinden kann, sollte der Rahmen gesteckt werden: Was ist der Bedarf, der mit dem Projekt erfüllt werden soll? Im Idealfall wird dieser Bedarf gemeinsam von allen Beteiligten ermittelt und definiert. Neben den Initiator*innen und Umsetzenden des Projekts können das auch die potenziellen Nutzer*innen eines Gebäudes sein. Diese kennen die Anforderungen aus der Nutzungsperspektive am besten. So wird Konflikten vorgebeugt, die sich ansonsten im Prozess oder in der Nutzungsphase entwickeln können. Checklisten zur Bedarfsplanung stellt unter anderem die DGNB zur Verfügung. Im Falle einer Nachhaltigkeitszertifizierung bewerten einige Zertifizierungssysteme den Umfang dieser Bedarfsplanung.

 

Projektbeteiligte und ihre Interessen identifizieren

Es ist überraschend, dass wichtige Projektbeteiligte in der Bedarfsermittlung und Bestandsaufnahme oft nicht berücksichtigt werden. Ein Ergebnis davon kann sein, dass direkt oder indirekte Beteiligte oder Betroffene Barrieren im Projekt aufbauen. Die Blockade eines Bauprojekts durch Anwohner*innen ist ein Beispiel dafür. Umso wichtiger ist es, auch deren Interessen und Wünsche einzubeziehen. Auch die Organisationskultur, der Umgang, die Offenheit und die Gesprächsbereitschaft innerhalb des Planungsprozesses spielen eine wichtige Rolle. Nur wenn diese Faktoren stimmen, ist es möglich, zu gemeinsamen Vision und Zielen zu kommen und sie umzusetzen. Daher ist es auch wichtig, die Kultur der beteiligten Organisationen und Unternehmen zu verstehen.

Cradle to Cradle ist ein integrativer Ansatz, der Projektbeteiligte als Partner*innen sieht. Sowohl um finanzielle Mittel zu erhalten als auch um vom Mehrwert zu profitieren, den ein diverses Projektteam mit sich bringt. Diese Tabelle listet Beispiele für Projektbeteiligte (Stakeholder) auf, die über den Prozess hinweg an passender Stelle einbezogen werden sollten. Es ist empfehlenswert frühzeitig im Projekt alle beteiligten Akteur*innen in einer Übersicht zu erfassen und diese nach Art und Zeitpunkt der Einbindung zu strukturieren. So wird gewährleistet, dass wichtige Akteur*innen, die erst später im Projekt aktiv werden, aber schon in früheren Planungsphasen relevant sein könnten, rechtzeitig einbezogen werden. Der partizipative Ansatz von C2C-Projekten spiegelt sich auch in einigen Zertifizierungssystemen wider. Beispielsweise bei der DGNB im Kontext von Diese Tabelle und integraler Planung bei der Quartiersentwicklung.